Walter Womacka 
Baugebundene Arbeiten 

Natursteinmosaik am Haus des Lehrers "Unser Leben"

Jahr Ort Arbeit  Name  Größe
         
1953 Berlin
Natursteinmosaik im Krankenhaus Friedrichshain

 

"Heilkräutersammler"
         
1953 Berlin
3 Glastfenster im Kasino des Friedrichstadtpalastes

 

jeweils 1,00 m x 3,70 m
         
1956 Eisenhüttenstadt
Bleiglasfenster im Treppenhaus einer Kinderkrippe

"Aus dem Leben der 
Kinder"
2 Seitenflächen
4,00 m x 1,00 m 
Mittelfeld 
4,00 m x 2,00 m
1958 Eisenhüttenstadt Natursteinmosaik im Rathaus 
"Unser neues Leben"
6,00 m x 12,00 m 

 

1959 Bad Elster  Bleiglasfenster in der Trinkhalle der Marienquelle
"Die Natur als Heilkraft" 5,50 m x 5,00 m
1961
Sachsenhausen
 
3 Bleiglasfenster in der Eingangshalle zum Museum des ehemaligen KZ Sachsenhausen  "Internationaler Widerstandskampf gegen den Faschismus" jeweils 4,00 m x 2,00 m
1962 Berlin Mitte  3 Bleiglasfenster im Treppenhaus der Humboldt-Universität 
(Vorraum zur Aula)
"Mensch und Natur"
"Mensch und 
  Wissenschaft"
"Mensch und Kosmos"
jeweils 4,60 m x 1,90 m
1964 Berlin Mitte 
Glasfenster im Amtssitz des Staatsrat der DDR 
(Klebeglas) 
"Aus der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung" 16,50 m x 10,0 m 
1964 Berlin Mitte  Natursteinmosaik am Haus des Lehrers "Unser Leben"  

7,00 m x 125,00 m 

 

1965  Eisenhüttenstadt
Natursteinmosaik am Textilkaufhaus  
"Gemeinschaftsarbeit der sozialistischen Länder" 16,00 m x 10,00 m 
1967 Berlin Mitte  3 Wandbilder im Festsaal und im Foyer des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR
"Der Mensch gestaltet seine Welt" 1. Wand 
3,00 m x 14,20 m 
2. und 3. Wand 
5,00 m x 16,80 m
1967 Bern (Schweiz)  Zentralamt für den internationalen
Eisenbahnverkehr 
2 Glasfenster im Treppenhaus  "Von der Postkutsche zur  
  modernen Eisenbahn"
2,25 m x 1,65 m 
Emailbild in der Eingangshalle  "Vier Elemente" 1,25 m x 1,25 m 
Plastisches Zeichen auf dem Haupteingang  "Weltkugel mit geflügeltem
  Rad und Taube"
1,20 m x 1,00 m 
1967 Berlin Niederschönhausen   Gästehaus der Regierung der DDR 
Emailfries über dem Haupteingang  "Tauben und Weltkugel" 6,85 m x 5,80 m 
Farbiges Glasfenster im Treppenhaus  13,00 m x 3,00 m 
Keramik-Wand im Garten "Erde, Wasser, Feuer, Luft" 3,10 m x 7,50 m 
1968 Berlin Mitte  Email am Ministerium für Bauwesen der DDR
"Der Mensch, das Maß aller Dinge"
15,00 m x 6,00 m 
1970 Berlin Mitte 
Brunnen auf dem Alexanderplatz 
Bildfries Email auf Kupfer 
"Völkerfreundschaft"  d 23,00 m 
h 6,20 m 
1971 Berlin Mitte Kupferrelief am Haus des Reisens "Mensch und Raum"
Vorderfront: 5,00 m x 25,10 m 
Seitenflächen: 5,00 m x 3,25 m 

1973 Oberhof 
Wandgestaltung Email auf Kupfer am Hotel "Rennsteig"
"Die vier Jahreszeiten" 5,00 m x 22,50 m 
         


Entwurf zum Bleiglasfenster im Amtssitz des Staatsrates der DDR
"Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung" (1963-64)


Walter Womacka zum Thema "Bildende Kunst und Architektur" (1965)

"Je mehr die industriell gefertigte Architektur für uns alle sichtbar in Erscheinung tritt, um so deutlicher zeigt sich, wie richtig und notwendig es ist, die bildende Kunst sinnvoll ins Baugeschehen einzubeziehen"

"Maler wie Architekten müssen mancher eigenwilligen Forderung entsagen, wollen sie einem harmonischen Bund miteinander schließen: Die Malerei muss angestammte Freiheiten opfern, die Baukunst strenge Bindungen lockern."

"Eine gute Wandmalerei soll in engster Beziehung zur Architektur der eigenen Zeit stehen. Sie ist in besonderer Weise Ausdruck der geistigen Eigenart eines Volkes, seiner Anschauungen und Auffassungen, seiner politischen und gesellschaftlichen Ordnung. Für jede Epoche und jede Architektur bedeutet dieses Problem eine neue Auseinandersetzung, ein Neufinden der Gestaltungsprinzipien."

"Eine um jeden Preis gewollte Monumentalität ist ebenso wenig vertretbar wie der schnell vergängliche Reiz einer modischen Dekoration."

 

Aus der Antrittsrede Walter Womackas als Rektor der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee (1968):

"...Wenn wir in Zukunft bauen wollen, müssen wir uns den atemberaubenden Prozess der Wandlung und Umgestaltung unserer Lebens- und Umweltbedingungen bewusst machen. Erstmals in der Geschichte des Städte- und Wohnungsbaues stehen wir heute vor der Aufgabe, für eine Zukunft zu bauen, von der in wenigen Jahren im Bereich von Wohnung und Stadt nahezu nichts mehr mit dem vergleichbar oder gar identisch sein wird, was unseren heutigen Maßstäben entspricht. Hier ist eine echt prognostische Arbeit unentbehrlich."

"...Die Gestaltung unserer Städte und die damit verbundenen großen Aufgaben für bildende Künstler, Architekten und Auftraggeber beziehen sich nicht schlechthin auf Probleme der Umweltgestaltung, sondern schließen gleichzeitig neue Fragen der geistig-kulturellen Kommunikation in Architektur und bildender Kunst ein. Das Suchen nach neuen, für unsere Zeit gültigen Ausdrucksformen kann unter dem Aspekt, dass es sich hier stets um einen ganzen Komplex der Gestaltung handelt, von einem einzelnen nicht mehr bewältigt werden. Viele Architekten und Künstler streben eine echte Zusammenarbeit an. Das ist erst der Anfang. 
Auch heute noch sind viele gute Architekten, Künstler und Kritiker davon überzeugt, dass die Verschmelzung der Architektur mit der bildenden Kunst nicht mehr möglich ist. Ihr Argument, dass die Kunst immer individueller und persönlicher in ihrer Aussage, während die Architektur ständig fabrikmäßiger und unpersönlicher geworden sei, halte ich für nicht stichhaltig. Hinzu kommt bei manchen Künstlern und Kritikern ein Kunstmythos, der noch aus bürgerlichem Bewusstsein resultiert."

"...Ein Architekturensemble beispielsweise muss nach vielen Kriterien beurteilt werden. Die Konzeption, der Inhalt, der Informationswert, das Zusammenwirken aller visuellen Möglichkeiten, die Paßgenauigkeit des Themas zur Zielgruppe, die Einheit aller Elemente und der Neuigkeitswert sind zu berücksichtigen. Ein Künstler, der sich nicht am Finden der künstlerischen Idee beteiligen kann, wird mehr und mehr zum Ausführer der Ideen anderer. Zu einer künstlerischen Konzeption gehören politische Kenntnisse, psychologisches Einfühlungsvermögen und eine große künstlerische Ausdrucksskala."